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© Dipl.-Päd. Pfarrer Frank Maibaum / frank-maibaum.de

Kinder beteiligen sich im Traugottesdienst und bei der anschließenden Hochzeitsfeier

Gerade die anwesenden Kinder sollten bei der gesamten Hochzeitsfeier in den Wortbeiträgen und bei den Liedern nicht völlig unberücksichtigt bleiben.

Auf dieser Seite:

Kinder bei der Hochzeitsvorbereitung

Kinder sprechen Segenswünsche

Kinder führen die Braut (mit Text)

Kinder sprechen das Tagesgebet

Sie lesen gute Wünsche vor

Kinder an der Zeremonie beteiligen!

 

So können Kinder bei der Vorbereitung der Hochzeit helfen.

Kinder können als Vorbereitung ...

  • ... Liedblätter (Kirchenhefte / Kirchenprogramme) mit kleinen, zur Hochzeit passenden Motiven verzieren oder / und einzelne Buchstaben kolorieren.

  • ... die Ränder der Programmhefte / Kirchenblätter mit einer "Zick-Zack-Schere" beschneiden.

  • ... die Programme in der Kirche oder schon am Eingang verteilen.

  • ... den Trauspruch (oder einen Segenswunsch) auf Tapete oder ein Bettlaken schreiben.

  • ... einzelne Buchstaben des Trauspruches auf einzelne Blätter malen. Diese hängen dann auf einer Leine oder die Kinder stellen sich vor der Kirche oder schon Gottesdienst mit den Buchstaben so auf, dass der Spruch zu lesen ist.

  • ... ein Symbol, das dann auch im Gottesdienst eine Rolle spielt, in großer Anzahl herstellen (malen bzw. ausschneiden bzw. basten). Das sind z. B. kleine Kordeln aus verschiedenfarbigen Bändern / Bänder, die aneinandergeknüpft werden / "Hochzeitsglocken" / Puzzleteile / kleine "Blätter", auf die Gäste einen Wunsch schreiben, der dann an einen "Baum" geheftet wird. Diese Basteleien werden dann an die Gottesdienstteilnehmenden verteilt.

  • ... eine Traukerze verzieren.

  • ... die Kirche mit selbst gebastelten und gemalten Materialien und Bildern oder dem Trauspruch schmücken.

Weiter: Kinder wirken bei Hochzeitszeremonie mit

 

 

So werden Kinder in die kirchliche Feier aktiv einbezogen - z. B. mit Segenstexten

Kinder malen Segenswünsche für die Ausschmückung der Hochzeitskirche und sprechen einen Segenstext im Gottesdienst.

Die Kinder malen unter die Überschrift "So soll Gottes Segen für euch sein!" z. B.: ein Huhn mit Küken / Regen, der aus der auf ein Feld fällt / einen Hirten / Schafe / Schiff in den Wellen / Fels in der Brandung / Sonnenstrahlen / den Schatten des Baumes / einen Weg in der Wüste. Als Überschrift über allen Bildern steht:

Diese Bilder werden dann in der Hochzeitskirche aufgehängt werden. Vielleicht mögen Kinder auch einen Segen sprechen:

Pfarrer: Gottes Segen, das ist alles erdenklich Gute. Die Fülle seines Segens komme auf euch.

Kind: Der allmächtige Gott soll seine Flügel über euch ausbreiten, wie ein Vogel, der die Küken schützt.

Kind: Er soll wie Regen sein, der das trockene Land befeuchtet.

Kind: Er soll wie ein Hirte sein, bei dem kein Schaf verloren geht.

Kind: Er soll wie ein sicheres Schiff sein, das die stärksten Wellen übersteht.

Kind: Er soll wie ein Fels sein, der gegen die Brandung schützt.

Kind: Er soll wie ein Sonnenstrahl sein, der das Eis tauen lässt.

Kind: Er soll wie Schatten in der Hitze sein, unter dem ihr Schutz findet.

Kind: Er soll wie ein Weg in der Wüste sein, auf dem ihr euer Ziel erreicht.

Kind: Alles Gute soll Gott für euch sein!

Pfarrer: So segne euch ...

Weiter: Kinder führen Braut in die Kirche

 

 

 

Kinder führen die Braut herein!

  • Kinder des Kindergartens bringen ihre Erzieherin in die Kirche und geben Sie dem Bräutigam an die Hand.

  • Schüler bringen Ihre Lehrerin an den Altar.

  • Die eigenen Kinder übergeben die Mutter bzw. den Vater an den neuen Partner

Hat das Paar schon Kinder oder heiratet eine Erzieherin oder Lehrerin, so können Kinder (die Schüler) die Braut hereinführen und "übergeben".

Dann kann von einem Kind (oder stellvertretend von einem Erwachsenen) ein "Übergabetext" gelesen werden. Ein solches "Wort der Kinder" passt auch direkt vor die Trauzeremonie. Es kann z.B. so lauten:

"Wir haben schon längst "Ja" zu Inga gesagt. Denn wir mögen sie so wie sie ist. Heute hören wir gerne, dass Du laut "Ja" zu ihr sagst. Denn Du magst sie auch – mindestens so gern wie wir. Darüber freuen wir uns."

oder

"Wir halten auch gerne Ingas Hand, aber wir lassen sie immer wieder los. Wir freuen uns, dass Du ein ganzes Leben lang ihre Hand halten möchtest."

oder

"Wir haben Inga sehr gern. Heute geben wir sie an Dich weiter, damit Du sie ein Leben lang gern hast. Sei schön lieb zu ihr."

Weiter: Kinder lesen ein Gebet

 

 

 

Kinder lesen lesen ein kurzes Gebet im Rahmen der Hochzeitsliturgie

Dazu eignet sich am besten das Tagesgebet. Das ist ein kurzes Dankgebet oder / und Bittgebet im Anfangsteil des Gottesdienstes. In dem das Thema des Tages (hier die Trauung) in Gebetsform vor Gott gebracht wird.

Ein solches Gebet eines Kindes oder mehrerer Kinder kann z.B. so lauten:

"Lieber Gott, wir danken dir, dass Du Inga und Klaus füreinander geschaffen hast. Das ist ein großes Wunder. Bleibe bei den Beiden und tue noch mehr solche Wunder. Danke. Amen."

oder

"Großer Gott, es gibt so viele Wege auf dieser Welt. Da kann man sich schnell verlaufen. Und doch haben Inga und Klaus sich gefunden, weil Du sie auf den selben Weg geführt hast, damit sie sich begegnen. Das freut uns sehr. Danke. Amen."

oder

"Allmächtiger Gott, Du hast jeden Menschen lieb. Du liebst auch Inga und Klaus sehr. Darum machst Du ihnen ein Geschenk. Der Inga schenkst Du den Klaus und dem Klaus schenkst Du die Inga. Sei Du nun immer mit deiner Liebe bei den Beiden, die jetzt zusammen gehören. Amen."

Weiter: Kinder lesen gute Wünsche für das Brautpaar

 

 

 

Kinder sprechen im Hochzeitsgottesdienst gute Wünsche.

Die Wünsche zur Hochzeit, die die Kinder sprechen, sollten einfache kurze Sätze sein. Erwachsene können sich beim Lesen mit Kindern abwechseln.

Lesen mehrere Kinder, so sollte dennoch jeweils nach einigen Wünschen immer wieder ein Erwachsene (auch Pfarrer bzw. Pfarrerin) langsam einen Satz sprechen. Das hilft den Kindern Ruhe zu bewahren, und bewirkt, dass die Kinder sich in Lautstärke und Sprechtempo dem Rhythmus des erwachsenen Lesers anpassen. Der Erwachsene kann dann immer wieder Ruhe in den Redefluss bringen. Wünsche "rauschen" dann nicht so schnell dahin.

  • Wir wünschen euch viel Glück auf allen euren Wegen

  • Gesundheit wünschen wir euch

  • und Kraft, auch Schweres zu ertragen

  • Dass ihr immer Arbeit habt, wünschen wir

  • und dass euch die Hoffnung nie ausgeht

  • dass ihr immer Freunde habt

  • und, dass ihr in Frieden leben könnt

  • Wir wünschen, dass eure Liebe groß bleibt

  • dass es euch nicht langweilig wird.

Einige der Wünsche obigen Beispiel wurden von Kindern eines Kindergartens anlässlich der Hochzeit ihrer Erzieherin geschrieben; andere von Schulkindern, wieder andere wurden von Erwachsenen hinzugefügt. Wählen Sie aus, ergänzen Sie bzw. schreiben Sie eine eigene Liste guter Wünsche für das Brautpaar

Weiter: Darum sollten Sie Kinder aktiv beteiligen

 

 

 

Warum Sie die Kinder aktiv einbeziehen sollten!

Immer sollten Gottesdienste Feste sein. Bei Festen machen viele Menschen mit; sie beteiligen sich mit Beiträgen. Das müsste besonders für das Fest "kirchliche Trauung" also für den Hochzeitsgottesdienst gelten.

Doch die Gäste bei Hochzeitsgottesdiensten beobachten leider oft nur, was vorn am Altar geschieht. Der Gottesdienst scheint nur der "Vorspann" zur "richtigen Feier" zu sein. Als ob das richtige Fest erst hinterher im Hochzeitslokal beginnt. Wenn Menschen sich beteiligen - mit Texten, Wünschen, Fürbitten, mit Gesang und gemeinsamen Gebet - dann beginnt die Feier schon in der Kirche.

Dies gilt besonders für die Beteiligung von Kindern. Denn die freuen sich, wenn sie aktiv sein können. Dann ist ihnen nicht langweilig; dann wird diese gottesdienstliche Feier auch für sie im positiven Sinne unvergesslich.

 

Kinder werden gern aktiv!

Die ausgeführten Möglichkeiten für die Beteiligung von Erwachsenen, die Sie in den Kapiteln "Wer macht mit", "Gute Wünsche" oder "Fürbitten" finden, können für die Einbeziehung von Kindern übertragen werden. Kürzen Sie die Texte entsprechend des Alters und der Möglichkeiten der Kinder. Ändern Sie die Darbietungsform entsprechend der unterschiedlichen Fähigkeiten: Wenn ein Kind z.B. "gute Wünsche" für das Paar malt, so kann ein Erwachsener die Worte dazu formulieren.

 

 

Texte und Lieder sollten zum Teil auch für Kinder verständlich sein!

Wird zumindest in einigen Teilen der Verstehenshorizont der bei der Hochzeit anwesenden Kinder berücksichtigt, so gehen auch die anderen Teile nicht ganz an ihnen vorbei. Die Kinder müssen verständlich angesprochen werden. Lieder, die sie aus dem Kindergarten oder der Schule kennen, sollten auch gesungen werden.

Sprechen Sie mit den Geistlichen schon im Traugespräch bzw. Trauseminar darüber, wie viele Kinder anwesend sein werden und wie man sie berücksichtigen kann.

 

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