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| Sie sind hier: Vorbereitung / Lesungen > zur Startseite Die Lesungen  im HochzeitsgottesdienstIn jedem christlichen Gottesdienst werden biblische Texte gelesen - es gibt keinen Gottesdienst bzw. Heilige Messe ohne die Lesung von Texten aus der Bibel. Neben den üblichen Bibeltexten die zu jeder Trauung gehören, wird auch ein biblischer Text speziell für das Hochzeitspaar gelesen. Ein zusätzlicher, nichtbiblischer Text aus der Literatur kann den Gottesdienst bereichern. Das kann eine Legende, ein Märchen, ein poetischer bzw. meditativer Text sein. Schön ist es, wenn diesen Text jemand der Verwandten oder aus dem Freundeskreis des Paares liest. > Ratschläge zum Lesen eines Textes im Hochzeitsgottesdienst > Aus der Bibel: 1. Korinther 13, 1-13 (Das Hohelied der Liebe) > Aus der Bibel: Kohelet (Prediger) 4, 8-12 (Einer allein - zwei zusammen) > Von Antoine de St. Exupèrie: Aus "Der Kleine Prinz" nacherzählt > Eine Legende: Der Ort, wo der Himmel die Erde berührt. Madonna wünschte sich einen echten Stern, der ihren Namen trägt. Kai Pflaume schenkte einen Stern am Himmelszelt. Da kaufen die Stars die Sterne für ihre Liebsten: > Hinweise zum Lesen eines Textes bei der kirchlichen Trauung
Tipps zum Lesen eines Textes in der KircheWer liest einen Bibeltext, eine Geschichte, ein Gedicht oder den Trauspruch? Überlegen Sie, ob jemand aus Ihrem Freundes-, Bekannten- oder Verwandtenkreis einen Text in der Kirche lesen mag. Das gibt der Hochzeitsfeier eine persönliche und lebendige Note. Den Text müssen Sie natürlich frühzeitig aussuchen, damit das Lesen geübt werden kann. Besser: Sie bitten die Freunde, den Text selbst auszuwählen um damit zu überraschen. Der Vortrag muss nicht perfekt sein! Ein Gottesdienst ist keine Theatervorstellung; aber die technischen und akustischen Bedingungen müssen schon stimmen. Es ist zu schade, wenn ein Text an der Hochzeitsgesellschaft nur "vorbei rauscht". Das muss vorher geklärt werden: Von welcher Stelle soll gelesen werden? Wie nah muss ich an das Mikrophon? Muss ich die Höhe des Mikrophons verstellen? Wie laut und wie langsam muss ich sprechen, damit man mich auch hinten versteht? Es gibt sicherlich die Möglichkeit, das Lesen in der Hochzeitskirche zu üben.
weiter zu > Text aus der Bibel: 1. Korinther 13, 1-13 (Das Hohelied der Liebe)
Das Hohelied als biblische Lesung im HochzeitsgottesdienstSehr passend für die Trauung ist das "Hohelied der Liebe", aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth. Schön ist es, wenn der Text mit persönlichen Worten eingeleitet wird. Hier ein Beispiel - die Mutter des Bräutigams las es. Die Mutter des Bräutigams leitete mit eigenen Worten die Lesung ein: "In einem Brief schrieb der Apostel Paulus vor nun fast zweitausend Jahren welche Ansprüche er an Liebe stellt. Erschreckt nicht vor diesen hohen Ansprüchen. Natürlich wird eure Liebe nicht so fehlerlos sein. Aber als idealer Maßstab können diese Sätze helfen, in der alltäglichen Bedrohung die Liebe immer wieder neu zu finden. Vor dreißig Jahren wurde dieser Text zu unserer Trauung vom Pfarrer gelesen. Wir möchten ihn nun an euch weitergeben." Hier ist der Bibeltext aus der Einheitsübersetzung (1Kor 13,1-13): (Kürzen Sie diesen Lesungstext nach Ihrem Gefühl!) 1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. 3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. 4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. 5 Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. 6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. 7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. 8 Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. 9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; 10 wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. 11 Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. 12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. 13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe. Weiter zu > Aus der Bibel: Prediger 4, 8-12 (Einer allein - zwei zusammen)
Einer allein ist hilflos - mit Gefährten ist er stark!Im biblischen Buch "Prediger" (Kohelet) im Alten Testament, findet man besonders passende Abschnitte für Lesungen im Hochzeitsgottesdienst. Hier Kohelet 4,8-12; unter Einbeziehung von Kohelet 1,8;5,9; 6,7: Eine Zusammenstellung von Versen aus dem biblischen Buch "Prediger Salomo" (Kohelet) als Lesungstext für den Traugottesdienst Da ist ein Mensch allein und kein zweiter teilt mit ihm den Lebensweg. Für wen müht er sich ab? Solange er allein ist werden seine Begierden nie gestillt. Seine Mühen haben kein Ende und kein Ziel. Vergeblich fragt er sich nach dem Sinn des Lebens. Warum lässt er seine Seele Gutes entbehren? All deine Begierden werden nicht gestillt und deine Seele wird nicht gefüllt, solange du allein bist. Auch wenn du gerne schaust, allein wird dein Auge nicht satt zu sehen; wenn du gerne hörst, allein wird dein Ohr nie zufrieden sein. Wer gerne isst, wird des Essens nicht satt, wer das Geld liebt, wird darin keine Befriedigung finden, denn er ist allein. Gott spricht zu diesem Menschen: “Du Tor, für wen tust du all dies? Was du bereitet hast, für wen wird all dies sein. Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist!" Ja, zwei sind besser dran als ein einzelner Mensch, denn dann lohnt sich die Mühe, dann erhält das Leben Sinn. Stelle dir nur vor, wenn einer von beiden fällt - dann ist jemand da, der ihn aufrichtet. Wehe dem einzelnen, wenn er fällt. Wenn ein einzelner Mensch im Bett liegt und friert, dann kann er so viele Decken nehmen wie er will – fehlt ihm ein Mensch, so wird ihm nicht warm werden. Doch zwei können sich gegenseitig wärmen. Und stell dir vor, ein einzelner Mensch wird überwältigt. Hilflos ist er allein. Doch zu zweit haben sie Widerstandskraft. Eine Schnur, wenn sie nur aus einem Faden besteht, ist sie schwach. Doch eine geflochtene Schnur hält viel aus. Weiter zu > Von Antoine de St. Exupèrie: Aus "Der Kleine Prinz" nacherzählt
Du bist zeitlebens verantwortlich für das, was du dir vertraut gemacht hast!Gern wird bei der Trauung / Brautmesse aus "Der kleine Prinz" von St. Exupèrie gelesen. Hier ein Beispiel für eine Kurzfassung aus "Der Kleine Prinz" und eine dazu passende Vorbemerkung. Die Freundin einer Braut las: "Es gibt eine Geschichte, die in ganz besonders schöner Weise zeigt, was es heißt, einander anvertraut zu sein. Ich habe diese Geschichte, nachdem ich sie zum ersten Mal hörte, oft und gern gelesen und immer wieder neue Weisheiten darin entdeckt für das Zusammenleben von zwei Menschen. Ich möchte sie euch mit auf euren gemeinsamen Weg geben. Ich lese ein Stück daraus vor und schenke euch dann das Buch, in der Hoffnung, dass es euch helfen mag, das Geheimnis eurer Liebe immer wieder neu zu entdecken." Es war einmal ein kleiner
Prinz auf einem fernen Planeten. Eines Tages musste der Prinz seine Rose für kurze Zeit allein lassen, denn er flog zur Erde. Er landete hier mitten in einem Rosenfeld. Er sah die vielen Rosen und wurde sehr traurig. „Ich dachte, es gäbe nur eine Rose im ganzen Universum,“ sagte er, „meine Rose. Ich dachte sie sei etwas Besonderes. Doch es gibt so viele, und sie sind alle gleich schön. Ich weiß nun gar nicht mehr, warum ich denn meine Rose so sehr liebe.“ In diesem Moment erschien ein Fuchs. „Wer bist du?“, sagte der kleine Prinz. „Ich bin ein Fuchs“, sagte der Fuchs. „Komm, spiel mit mir“, schlug der kleine Prinz vor. „Ich kann nicht mit dir spielen“, sagte der Fuchs, „ich bin noch nicht gezähmt! Zähmen bedeutet‚ sich vertraut zu machen. Noch bin ich für dich nur irgendein Fuchs, doch wenn du mich zähmst, bin ich einzigartig für dich.“ Also machte sich der kleine Prinz mit dem Fuchs vertraut. Sie blieben einige Zeit zusammen. Als die Zeit des Abschieds kam, sagte der Fuchs: „Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, dass die deine die einzige ist.“ Der kleine Prinz ging, die Rosen wiederzusehen. „Ihr seid gar nicht wie meine Rose,“ sagte er zu ihnen. Ihr seid wie mein Fuchs war. Er war nur ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er der einzige in der Welt. Ihr seid schön, aber ihr seid leer,“ sagte er noch. „Meine Rose habe ich begossen. Ich habe sie unter den Glassturz gestellt, sie beschützt, sie von Raupen befreit. Ich habe sie klagen und rühmen gehört und manchmal schweigen. Das ist meine Rose.“ Er kam zum Fuchs zurück. „Nun wirst du das Geheimnis verstehen,“ sagte der Fuchs, „das ich dir mitgebe; es ist ganz einfach: "Man sieht nur mit dem Herzen gut; alles Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“ Der kleine Prinz wiederholte, um es sich zu merken: „Alles Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“ „Und noch etwas; die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, aber du darfst nie vergessen: "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.“ „Ich bin für meine Rose verantwortlich“, wiederholte der Prinz, um es sich zu merken.
Weiter zu > Eine Legende: Der Ort, wo der Himmel die Erde berührt.
Wo der Himmel die Erde küsstSehr schön ist die alte Geschichte "Der Ort, an dem der Himmel die Erde küsst". Sie eignet sich als nichtbiblische Lesung in der Brautmesse. Gut kann sie auch außerhalb der Kirche bei der Feier gelesen werden. Diese Geschichte kann so bei der Trauung gelesen oder erzählt werden: Eine alte Legende erzählt, dass es da zwei Menschen gab, die überaus glücklich miteinander lebten. Sie waren zufrieden, mit dem was sie hatten und miteinander teilten. Ihre Liebe wuchs durch die Jahre ihres Zusammenlebens. Nichts und niemand konnte diese Liebe zerstören. Eines Tages lasen sie in einem alten Buch, dass es da irgendwo, in weiter Ferne, vielleicht am Ende der Welt, einen Ort gäbe, wo unermessliches Glück herrsche. Ein Ort sollte dies sein, so sagte das alte Buch, an dem der Himmel die Erde küsst. Die beiden beschlossen, diesen Ort zu suchen. Der Weg war lang und voller Entbehrungen. Bald wussten sie nicht mehr, wie lange sie schon unterwegs waren; doch aufgeben wollten sie nicht. Fast am Ende ihrer Kraft, erreichten sie eine Tür, wie sie im Buch beschrieben war. Hinter dieser Tür sollte es sich befinden: Das große Glück, das Ziel ihres Hoffens und Suchens. Welch eine Spannung war in ihnen – wie wird er aussehen, der Ort, an dem der Himmel die Erde küsst, der Ort, an dem ein solches Glück herrscht. Sie klopften an. Die Tür öffnete sich. Sie fassten sich an der Hand und traten ein. Da standen sie nun – wieder mitten in ihrer Wohnung. Am Ende dieses langen Weges waren sie wieder bei sich Zuhause angekommen. Und sie verstanden: Der Ort, an dem der Himmel die Erde küsst, ist der Ort, an dem die Menschen sich küssen. Der Ort, an dem der Himmel die Erde berührt, ist der Ort, an dem Menschen sich berühren. Der Ort, an dem der Himmel sich öffnet, ist der Ort, an dem Menschen sich füreinander öffnen. Der Ort des großen Glücks ist der Ort, an dem Menschen sich glücklich machen.
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Angebot von Dipl.-Päd. Pfarrer Frank Maibaum © bei: www.frank-maibaum.de / Stand: 22. Januar 2012 |