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Die Wahl der Hochzeitslocation für die freie Trauung zählt zu den bedeutendsten Entscheidungen der gesamten Hochzeitsplanung. Bezüglich der Location eröffnet die freie Trauung nahezu unbegrenzte Möglichkeiten: ein verwunschener Garten, ein historisches Gutshaus, eine moderne Industriehalle, ein Leuchtturm, der Strand oder eine Wiese mit Blick auf sanfte Hügel. Genau diese Freiheit macht die Suche der passenden Location jedoch auch anspruchsvoller.
In diesem Kapitel findet Ihr eine Checkliste für Wahl der Location für euren schönsten Tag im Leben.
Als Brautpaar steht Ihr vor der Entscheidung: kirchliche oder freie Trauung. Die freie Trauung unterscheidet sich grundlegend von der kirchlichen Trauung. Es gibt keine Kirchenbänke, keine Einschränkung bei Ablauf, Texten, Liedern, Musik - und der Ort der Zeremonie ist frei wählbar. Die Zeremonie plant und gestaltet das Paar gemeinsam mit einem freien Redner bzw. einer freien Rednerin. Dabei ist die Wahl der Location ein bedeutender Punkt. Es geht nicht nur um die Auswahl schöner Räume. Der Ort prägt die Atmosphäre der Zeremonie. Es ist ein deutlicher Unterschied, ob die Trauung z. B. im Vereinsheim, auf der Treppe eines Schlosses, im Freizeitpark, in der Partyscheune, im eigenen Garten, am Strand, auf einem Leuchtturm oder auf auf dem Deck eines Flussdampfers vollzogen wird.
Jeder Ort hat eine andere Atmosphäre und steht jeweils für ein Motto: Wir sprechen unser Jawort in royalem Glanz. / Wir beginnen unseren gemeinsamen Weg barfuß im Sand. / Unser Leben soll ein freudiges Fest werden. / Ahoi - Wir schippern gemeinsam in die Zukunft.
Die Hochzeitslocation sollte zum Charakter des Paares passen, zeigen, wie man sich die gemeinsame Zukunft vorstellt. Dazu muss der Ort die technischen Anforderungen erfüllen und gleichzeitig genug Flexibilität bieten, damit eigene Ideen umgesetzt werden können.
Beliebte Locations für freie Trauungen sind oft bereits ein bis zwei Jahre im Voraus ausgebucht, besonders für Wochenenden zwischen Mai und September. Wer erst sechs Monate vor der geplanten Hochzeit mit der Suche beginnt, findet häufig nur noch Resttermine oder muss Abstriche beim Wunschdatum machen. Frühzeitig zu planen ist deshalb kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
Idealerweise kümmert man sich spätestens ein Jahr vor dem Termin um die Location.
Viele Locations sehen auf Fotos traumhaft aus, erfüllen aber nicht die praktischen Voraussetzungen. Besoders bei einer Trauung im Freien ist bedeutend:
• Gibt es einen stabilen Stromanschluss, an dem man z. B. eine Beschallungsanlage betreiben kann?
• Gibt es eine Ausweichmöglichkeit bei Regen?
• Sind Sanitäranlagen vorhanden?
• Reichen die Parkmöglichkeiten für Gäste aus?
• Ist die Erreichbarkeit der Location mit öffentlichen Verkehrsmitteln gesichert?
Ein weiterer Stolperstein sind Verträge, die auf den ersten Blick günstig wirken, aber bei genauerem Lesen Einschränkungen enthalten.
• Besteht die Möglichkeit, den Gäste im Anschluss an die Zeremonie einen Empfang mit Getränken und Imbiss zu bieten?
• Darf man für den Champagner und die Canapees zum kleinen Empfang nach der Trauung selbst sorgen oder ist man an bestimmte Caterer gebunden.
• Welche Dekoration darf angebracht werden?
• Fallen zusätzliche Kosten an - z. B. für die Ausstattung und Dekoration?
• Für welchen Zeitraum steht die Location zur Verfügung?
Die Details sollten vor der Buchung geklärt sein!
Die Location sollte das erzählen, was das Paar gemeinsam ist. Ein verspieltes Schloss mit Barockgarten passt zu anderen Menschen als eine minimalistische Scheune mit freigelegten Holzbalken. Bevor überhaupt mit der Suche begonnen wird, lohnt es sich, eine Stimmungssammlung anzulegen: Bilder, Farben, Materialien und Beschreibungen, die das gemeinsame Lebensgefühl wiedergeben. Diese Sammlung dient später als Vergleichsmaßstab bei Besichtigungen.
Wer beispielsweise eine Hochzeitslocation in Hamburg für seine freie Trauung sucht, stellt fest, dass gerade urbane (städtische) Locations häufig einen besonders durchdachten Service bieten, weil dort das Angebot hoch und der Wettbewerb entsprechend groß ist.
Auch von der Gästeliste ist es abhängig, ob eine gewünschte Location überhaupt infrage kommt.
• Für den Freundeskreis und die Familienangehörigen sollte rund um den "Trautisch" ausreichend Platz sein.
• Es sollten Sitzmöglichkeiten vorhanden sein für Personen, die sich während der Zeremonie oder dem anschließenden Empfang setzen müssen.
• Ist für den Sektempfang ein separater Bereich möglich in dem Tische (Stehtische) und einige Stühle aufgestellt werden können?
• Sind Sanitäranlagen vorhanden - in welchem Zustand sind diese?
• Zur Infrastruktur gehören zudem stabile Stromanschlüsse für die musikalischen Beiträge, eine Möglichkeit zur Lagerung von Dekorationsmaterial, Umkleidebereich für das Brautpaar und idealerweise eine kleine Küche oder ein Caterer-Bereich.
Eine gute Faustregel: Lieber eine Location wählen, die etwas mehr Platz bietet als auf den ersten Blick nötig, denn beengte Verhältnisse trüben die Stimmung schneller als erwartet.
Viele der schönsten Locations für freie Trauungen arbeiten mit einem Netzwerk aus empfohlenen Dienstleistern zusammen. Das kann ein großer Vorteil sein, muss es aber nicht. Empfehlenswert ist es, bei der Besichtigung konkret nachzufragen, ob externe Dienstleister erlaubt sind, ob der eigene freie Redner mitgebracht werden kann und ob es vertragliche Bindungen an bestimmte Caterer oder Floristik-Anbieter gibt. Transparenz in diesen Punkten ist ein Zeichen für professionelles Locationmanagement.
Vor der Besichtigung sollte eine persönliche Prioritätenliste erstellt werden. Diese hilft dabei, im Gespräch mit dem Locationmanagement gezielt nachzufragen und sich nicht von schönen Räumen blenden zu lassen. Die wichtigsten Punkte für die Besichtigung umfassen:
Nach der Besichtigung empfiehlt sich ein kurzes schriftliches Protokoll mit den wichtigsten Eindrücken und offenen Fragen. Dieses Dokument erleichtert den Vergleich mehrerer Locations erheblich.
Wer eine Location gefunden hat, die auf dem Papier überzeugt, sollte sie mehrfach besuchen; am besten zu der Uhrzeit und Jahreszeit, zu der die Trauung stattfinden wird. Licht und Atmosphäre verändern sich im Laufe eines Tages und je nach Jahreszeit stark.
Referenzen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Seriöse Locations stellen gerne Kontakt zu Brautpaaren her, die sich bereits dort das Ja-Wort gegeben haben. Diese Erfahrungsberichte liefern ehrlichere Einblicke.
Auch der Ansprechpartner vor Ort ist entscheidend. Eine Location wird maßgeblich durch das Team dahinter. Reagiert das Locationmanagement schnell auf Anfragen, beantwortet Fragen vollständig und wirkt es an einem guten Ergebnis für das Paar interessiert? Diese zwischenmenschliche Ebene ist im Ernstfall von großer Bedeutung.
Schließlich gilt: Nicht zu lange warten. Sobald eine Location alle wichtigen Kriterien erfüllt und das Gefühl beim Besichtigungstermin stimmt, sollte zeitnah eine Option oder Reservierung vereinbart werden. Beliebte Termine vergehen schnell.
Für beliebte Locations und Termine zwischen Frühjahr und Herbst gilt: Mindestens zwölf bis achtzehn Monate Vorlaufzeit sind empfehlenswert. Wer flexibel bei Datum und Wochentag ist, hat auch mit sechs bis neun Monaten noch gute Chancen, aber je früher die Suche beginnt, desto mehr Auswahl bleibt.
Die freie Trauung hat keinen rechtlichen Status und benötigt daher keine behördliche Genehmigung. Allerdings müssen Brautpaare dennoch standesamtlich heiraten, wenn die Ehe rechtlich anerkannt sein soll. Für die freie Trauzeremonie selbst reicht die Zustimmung des Locationbetreibers. Bei Veranstaltungen im Freien auf privatem Gelände oder in Parks können jedoch kommunale Regelungen zu beachten sein.
Jede seriöse Location für freie Trauungen im Freien sollte einen klar definierten Notfallplan bieten. Das kann ein großes Zelt, eine überdachte Terrasse oder ein Innensaal als Ausweichmöglichkeit sein. Dieser Plan sollte bereits im Vertrag festgehalten und idealerweise beim Besichtigungstermin konkret durchgesprochen werden, damit am Hochzeitstag keine Überraschungen entstehen.
Mehr Kapitel zur Trauzeremonie:
⇒ 2 Evangelische Trauung
⇒ 3 Katholische Trauung
⇒ 4 Ökumenische Trauung
⇒ 7 Ideen zur Gestaltung
⇒ 8 So heiraten Prinzessinnen